In den 1970er und 1980er Jahren waren Tonbandgeräte sehr beliebt.
In der oberen Liga für Amateure spielten die Geräte der Firma Revox, ein Ableger der professionellen Firma Studer aus der Schweiz, eine große Rolle.
Viele Dinge wurden von den professionellen Bandmaschinen übernommen wie das stabile Chassis und die großen Motoren. Die Bandzugregelung auf beiden Seiten des Capstan war leider nicht dabei. Die beiden Wickelmotoren wurden mit konstanten Spannungen angesteuert. Da sich der Wickel Durchmesser bei einer 26 cm Spule zwischen ca. 115 mm bei leerer Spule und 255 mm bei voller ändert variiert damit auch die Kraft und damit die Bandspannung.
Bei relativ dicken LP Bändern war das kein Problem, bei dünneren DP (Doppelspiel) Bändern sehr wohl. So kam es typischerweise am Bandende zu Gleichlaufschwankungen da das Band an der Capstanwelle durchrutschte.
Ich hatte einige Jahre eine B77 mit diesem Problem.
Von Zeit zu Zeit repariere ich ältere HiFi Geräte, so steht gerade eine Revox A77 in meiner Werkstatt. Nachdem sie repariert war überlegte ich wie man denn die Bandspannung an den Wickeldurchmesser anpassen könnte. Eine Regelung mit mechanischer Messung schied aus Platzmangel und meinen bescheidenen mechanischen Fähigkeiten aus.
Ich kam auf die Idee die Drehzahl der Wickelmotoren mit IR- Reflexlichtschranken und auf die Motoren aufgeklebtem Papierstreifen zu messen, siehe Fotos. Aus der Drehzahl bei „Play“ und „Record“ und bekannter Bandgeschwindigkeit lassen sich damit die aktuellen Wickeldurchmesser berechnen und damit die Ströme durch die Wickelmotoren steuern. Es ist eine Steuerung, keine Regelung!
Die Frequenzen der Lichtschranken werden mit einem STM32 Modul gemessen, gemittelt und damit im Moment 3 LED mit insgesamt 5 Zuständen angesteuert.
Im nächsten Schritt wird damit eine Endstufe angesteuert, die den Strom durch die Motoren in 5 Stufen zwischen einem Minimum und dem Originalwert verändert.
Dies geschieht durch Leistungsfets und Widerstände. Siehe Schaltplan der Endstufe.
R1 definiert den kleinsten Strom. Mit Q1 und Q2 und den Widerständen R2 und R3 wird der Strom erhöht. Bei durchgeschaltetem Q3 fließt der originale Maximal- Strom. Da die Motoren mit Wechselspannung gespeist werden braucht man den Gleichrichter B1. Vermutlich werde Optokoppler einsetzen zur galvanischen Trennung. Für die Reflexlichtschranken wurden inzwischen Halter gedruckt, aber noch nicht eingebaut.
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